Konjunkturelle Entwicklung Kanton Wallis 

(Februar 2024)

+1.0%
Wachstum 2023 des BIP
+1.5%
Wachstum 2023 der Beschäftigung
3.2%
Arbeitslosenquote (Dezember 2023)
2.4%
Inflationsrate 2023 Schweiz

Die Konjunktur in Kürze

In der Rekonvaleszenz nach dem Kovid

Nach der Erholung von der Pandemie in den Jahren 2021 und 2022 erwartet BAK Economics, dass das Walliser BIP im Jahr 2023 stärker als der Schweizer Durchschnitt wachsen wird (VS 2023: +1.0%, CH 2023: +0.7%).

Für das laufende Jahr prognostiziert BAK Economics einen Zuwachs der Walliser Wirtschaft von 1.1 Prozent. Damit wird die regionale Entwicklung voraussichtlich dem nationalen Durchschnitt entsprechen (CH 2024: +1.2%).

Normalisierung des Arbeitsmarktes

Die Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit nach der Pandemiezeit zeigt sich auch auf der Ebene der Beschäftigung. Nach einer Erholung in den Jahren 2021 und 2022 entwickelt sich das Beschäftigungswachstum im Wallis leicht unter dem nationalen Durchschnitt (VS 2023: +1.5%, CH 2023: +1.9%).

Für das laufende Jahr erwartet BAK Economics für den Kanton Wallis eine sehr ähnliche Beschäftigungsentwicklung wie im Schweizer Durchschnitt. Die Zahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten dürfte im Wallis im Jahr 2024 um 0.4 Prozent zunehmen (CH 2024: +0.4%).

​Unter der Lupe: Hotel- und Gaststättengewerbe, MEM, Chemie-Pharma

Nach den Schwierigkeiten aufgrund der Pandemie wird noch für das Jahr 2023 eine deutliche Erholung des Gastgewerbes erwartet. BAK Economics prognostiziert, dass das Gastgewerbe im Jahr 2023 das höchste Wachstum auf kantonaler Ebene aufweisen wird (+11.8%). Für den chemisch-pharmazeutischen Sektor wird dagegen nach einem starken Wachstum im Jahr 2022 (+7.1%) für 2023 eine Stagnation erwartet (+0.3%). Für das laufende Jahr wird in diesen beiden Sektoren weiterhin das stärkste Wachstum erwartet, wenn auch mit deutlich geringeren Zuwachsraten als in den Vorjahren (Gastgewebe 2024: +4.9%, Pharma 2024: +3.6%).

Tourismus


Rückblick Wintersaison 2022/23

Der Kanton Wallis verzeichnete zwischen November 2022 und März 2023 einen Anstieg von 5.9 Prozent an Logiernächten gegenüber dem Vorjahr. Diese Wachstumsrate zeigt eine Rückkehr zur Normalität nach den Pandemiejahren und den Erholungseffekten, die in der Wintersaison 2021/22 verzeichnet wurden. Die absolute Zahl der Übernachtungen in der Wintersaison 2022/23 stieg im Vergleich zur Vorpandemiezeit um 5.3% (1’981’335; 2018/19: 1’881’440). Die Zahl der Übernachtungen von Schweizer Gästen stieg im Vergleich zur Wintersaison vor der Pandemie um 10.8 Prozent (1’155’270; 2018/19: 1’042’968). Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist jedoch ein leichter Rückgang in der Wintersaison 2022/23 zu verzeichnen (-4.0%). Im Vergleich zur Wintersaison vor der Pandemie ist die Zahl der Gäste aus dem Ausland um 1.5 Prozent leicht zurückgegangen (826’065; 2018/19: 838’472). Die Dynamik im Vergleich zur Vorjahresperiode ist jedoch positiv, mit einem Anstieg der Übernachtungen von internationalen Gästen um 23.7 Prozent.

Ausblick Sommersaison 2023

Obschon im Sommer 2023 von einer allmählichen Entspannung der makroökonomischen Situation ausgegangen werden kann, dürfte die Entwicklung der Logiernächte im Vergleich zu den Vorjahren unspektakulär verlaufen. Dies einerseits weil globale Belastungsfaktoren, wie die geldpolitische Trendwende, der kostspielige Umbau der Energieversorgung und die geopolitischen Unsicherheiten auch im Sommer weiter fortbestehen und somit auf die Konsumentenstimmung drücken werden. Andererseits, weil die in den Vorjahren vorhandenen Aufholeffekte von der Covid-19-Krise nicht mehr so ausgeprägt sein werden.

Nach Branche und Markt

Nach den Schwierigkeiten der Pandemiezeit und der Erholung 2022, wird für das Gastgewerbe im Wallis 2023 ein Wertschöpfungswachstum von 13.2% erwartet (CH: +9.7%). Obwohl niedriger als im Vorjahr, wird auch für die Beschäftigung eine positive Entwicklung prognostiziert, mit einem geschätzten Wachstum von 3.6% im Jahr 2023 (CH: +1.8%).

Im Vergleich zur Vorjahresperiode hat der internationale Tourismus im Wallis im ersten Quartal 2023 zugenommen. Das grösste Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnen Gäste aus asiatischen Ländern (+166%) und Nordamerika (+67%). Die Gäste aus Westeuropa verzeichneten dagegen ein deutlich geringeres, aber immer noch positives Wachstum.(+3%).

Aussenhandel

Hauptmärkte für das Wallis

In der ersten Hälfte des Jahres 2023 war Deutschland die wichtigste Exportdestination für den Kanton Wallis, mit fast einem Viertel der Gesamtexporte (24.2%). Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2022 ist dieser Prozentsatz leicht gesunken (-0.6%). Trotz eines Rückgangs im Vergleich zu den vorherigen sechs Monaten (-4.2%), machten auch die Exporte nach den USA weiterhin mehr als ein Fünftel der gesamten Walliser Exporte aus (21.5%).

Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2022 war in der ersten Jahreshälfte 2023 auch ein Anstieg der Exporte nach Südamerika (+3.5%), Rest Eurozone (+2.5%), Nordamerika (ohne USA, +1.1%) und Italien (+0.8%) zu verzeichnen. Ein Rückgang war dagegen bei den Exporten nach Asien (ohne China, -1.9%), Europa (ohne Eurozone, -0.6%), China (-0.3%) und Frankreich (-0.2%) zu bemerken.

Walliser Exportsektoren

Im Vergleich zur Vorjahresperiode haben die Walliser Exporte im ersten Halbjahr 2023 insgesamt um 2.3 Prozent zugenommen (CH: +1.7%).

Mit +42.5 Prozent verzeichnete der Sektor "Übrige Metalle und Metallwaren" den grössten Exportanstieg gegenüber des gleichen Vorjahreszeitraums. Dies steht in deutlichem Gegensatz zu der Entwicklung desselben Sektors in der Schweiz (-7.7 %). Deutliche Zuwächse der Walliser Exporte wurden auch für "Präzisionsinstrumente. Uhren und Bijouterie" (+30.1%; CH: +7.0%) und "Rest Maschinen, Apparate, Elektronik" (+29.6%; CH: -1.2%) verzeichnet. Bei den "Chemischen Rohstoffe, Grundstoffe" (-7.3%), "Fahrzeuge" (-10.9%) und "Aluminium" (-18.8%) ist dagegen ein Rückgang zu verzeichnen. Die zwei erstgenannten Waren zeigen ebenfalls eine Entwicklung, die im deutlichen Gegensatz zur Schweizer Tendenz steht, bei der die Exporte um 39.1% bzw. 5.8% zunahmen.

Konkurs und Gründung von Unternehmen


Arbeitsmarkt

Rückblick 2022

Der Arbeitsmarkt im Kanton Wallis war Anfang 2022 noch von der Corona-Krise geprägt. Die Auswirkungen der Schutzmassnahmen spiegeln sich klar in den Arbeitslosenzahlen wider. Im Laufe der Monate ist jedoch ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu beobachten, was dem allmählichen Ende der Pandemiezeit entspricht. Im Schnitt lag die Arbeitslosenquote im vierten Quartal 2022 bei 2,3%, d. h. 0,7% tiefer als im ersten Quartal. 

Ausblick 2023

Die gesamtwirtschaftliche Situation im Kanton Wallis wird sich 2023 voraussichtlich konsolidieren, wenn auch deutlich langsamer als im Vorjahr. Im laufenden Jahr wird die Zahl der Arbeitsplätze um 1,8% steigen. Für das BIP erwartet BAK Economics hingegen einen Zuwachs von 1,1%. Es gilt trotzdem zu beachten, dass das Prognoserisiko unter den momentanen Umständen noch gross ist. Das aktuelle globale Umfeld (steigende Energiekosten, Inflation, usw.)  könnte sich nämlich negativ auf die postpandemische Wirtschaftserholung auswirken.

153'159
​Beschäftigte VZÄ
2'614
Zahl der Arbeitslosen im
tertiären Sektor
2'063
gemeldete offene Vollzeitstellen 
im Juni 2023 
6'374
Registrierte Stellensuchende  im Juni 2023

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