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Die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz!“ löst keine Probleme

Nicht einmal eine Scheinlösung
10. März 2026 durch
Laetitia Salamin

Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» gibt vor, eine Antwort auf die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums zu bieten. Tatsächlich geht sie jedoch am Wesentlichen vorbei. Mit ihrem Bestreben, die Zukunft durch eine willkürliche Begrenzung festzuschreiben, bietet sie keine Lösung für die sehr realen Probleme, mit denen die Schweiz bereits heute konfrontiert ist – eine Schweiz mit 8,5 Millionen Einwohnern. Die WIHK lehnt diesen Text ab.


Die wahren Herausforderungen sind aktuell, nicht hypothetisch.

Der Druck auf den Wohnungsmarkt, überlastete Verkehrsmittel, der Mangel an Lehrkräften oder Pflegekräften: All diese Probleme bestehen bereits. Und sie werden nicht einfach durch eine willkürliche Begrenzung der Einwanderung verschwinden. Anstatt mit diesem Thema zu argumentieren, ist es dringend erforderlich, hier und jetzt mit ehrgeizigen Massnahmen in den Bereichen Wohnungsbau, Mobilität und Bildung zu handeln.


Einwanderung ist ein Teil der Lösung, nicht des Problems.

Die Festlegung einer Obergrenze von 10 Millionen Einwohnern ignoriert die Tatsache, dass die Bevölkerungsentwicklung von zahlreichen Faktoren abhängt: Geburtenrate, Alterung, Mobilität, Wirtschaft. Diese Dynamiken auf eine einfache Obergrenze zu reduzieren, ist vergleichbar mit der Annahme, man könne das Wetter kontrollieren, indem man das Fenster schliesst. Dies bietet weder für heute noch für morgen eine strukturelle Lösung.


Die Wirtschaft und Gesellschaft des Wallis sind in hohem Masse auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Ohne sie könnten ganze Branchen nicht mehr funktionieren: Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Landwirtschaft und Tourismus. Diese Initiative gefährdet unseren Wohlstand und schwächt die öffentlichen Dienstleistungen, von denen die gesamte Bevölkerung profitiert. Weniger Einwanderung bedeutet nicht weniger Bedarf, sondern weniger Mittel, um diesen zu decken.


Ein Rückzug, der trennt statt verbindet

Indem sie suggeriert, dass Ausländer die Ursache für die Probleme der Schweiz seien, spaltet die Initiative die Gesellschaft. Sie stigmatisiert, anstatt konkrete Lösungen zu finden. Sie lenkt von den eigentlichen Prioritäten ab: mehr Wohnraum schaffen, in Verkehr und Infrastruktur investieren, einheimische Energien entwickeln, junge Menschen ausbilden und nachhaltige Innovationen fördern.


Diese Initiative bietet keine Antwort auf die Herausforderungen von heute und behindert unsere Fähigkeit, die Zukunft zu gestalten. Nein zu sagen bedeutet, die falschen Versprechungen des Rückzugs abzulehnen und sich für eine Schweiz zu entscheiden, die ihre Verantwortung ohne Angst und ohne Vereinfachungen wahrnimmt.


Weitere Informationen: 

Vincent Riesen, Direktor, vincent.riesen@cci-valais.ch


Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“: Welche Auswirkungen hat sie?